Community-Aufbau – 3-Phasen-Modell (2)

Vergegen­wärtigen wir uns noch einmal die 7 Haupt­aspekte einer probablen Social-Media-Strategie:

7 Hauptaspekte Social-Media-Strategie
Kernaspekte der Social-Media-Strategie

Der nächste Schritt nach Defi­nition der Ziel­setzungen deiner Commu­nity ist eine gründ­liche Beschäf­tigung mit deinen Ziel­gruppen. Commu­nity macht nur Sinn, wenn all ihre Aktivi­täten auf die Ziel­gruppen zuge­schnitten sind.

Daher solltest du von den Menschen, mit denen du zu tun bekommen wirst, ein möglichst genaues Bild haben. Dieses Bild von der Ziel­gruppe fällt dir nicht in den Schoß, du musst es dir erarbeiten.

Do it yourself: Ziel­gruppen­analyse

In größeren Unter­nehmen liegen fast immer große Daten­mengen über die Ziel­gruppen vor. Das erleich­tert die Sache erheblich, eigene Recherche ist kaum nötig, gründliches Studium der Analysen natürlich schon.

Für Commu­nitys kleinerer Betreiber ist in Sachen Ziel­gruppen­analyse jedoch meist Eigen­initiative erforderlich. Einen systema­tischen Einblick in die Menschen, die du adressieren sollst, bekommst du anhand dieser Kriterien:

Kernaspekte der Analyse der Zielgruppe
Wichtigste Themenfelder Zielgruppenanalyse

Folgende Haupt­fragen sollte deine Ziel­gruppen­analyse beant­worten können:

  • Wo sind meine Mitglieder geografisch zu verorten?
  • Wie ist ihre demogra­fische Struktu­rierung?
  • Was sind ihre primären Interessen, Vorlieben und Aktivitäten?
  • Wie stellen sich ihre Gruppencodes und ihr Sprachlevel dar?
  • Wie ist ihr Konsum­verhalten?

Dazu werden dir bestimmt noch einige Fragen mehr einfallen, die eher spezifisch für deine Commu­nity sind.

Eine gute Hilfe­stellung können dir dabei die sogenannten Sinus-Milieus sein. Die Sinus-Milieus stellen dir eine Aufschlüs­selung der Gesell­schafts­struktur nach soziolo­gischen Kriterien zur Verfügung. Von besonderem Interesse für deinen Job ist der Faktor Webaffi­nität.

Du findest die Sinus-Milieus auf der Website https://www.sinus-institut.de/. Alter­nativ kannst du dich bei der Limbic Map umsehen.

Praxis der Ziel­gruppen­analyse

In der Praxis sind für die Ziel­gruppen­analyse diese Punkte abzuarbeiten:

  • alle verfüg­baren Daten zu den poten­ziellen Mitgliedern sammeln
  • Gespräche mit Menschen, die mit deinen Ziel­gruppen vertraut sind
  • Publikum des Konkur­renz­umfelds analysieren
  • Muster in den Daten identi­fizieren
  • Abstrahierung von ideal­typischen Vertretern der Ziel­gruppen vornehmen

Dazu ist anzumerken, dass es den typischen Vertreter deiner Ziel­gruppe nur in Ausnahme­fällen real gibt. Das ist vor allem bei speziellen Nischen­themen der Fall. Meist lassen sich mehrere Ausprä­gungen von Modell­typen erkennen. Von allen brauchst du ein Bild, das möglichst exakt kontu­riert ist.

Entwick­lung von Personas

Dazu ist es äußerst hilf­reich, sich proto­typische Repräsen­tanten der Ziel­gruppen virtuell zu konstru­ieren. Als Leit­faden für deren systema­tische Erarbei­tung kannst du die Regeln für die Erstellung der sogenannten Personas über­nehmen.

Unter einer Persona versteht man einen avatar­haften Stell­vertreter der Menschen, um die sich in deiner Commu­nity alles drehen soll. Personas visuali­sieren Muster von Persön­lichkeit, sozialer Positio­nierung und Verhalten.

Merkmale von Personas
Wichtigste Elemente von Personas

Übertreiben solltest du es nicht; im Allgemeinen genügt es, etwa 5 Personas zu bilden.

Hilfe bei der Erstellung von Personas

Es gibt eine Menge Websites, auf denen du dir Hilfe und Inspira­tion für die Erstellung von Personas holen kannst. Hier nur eine kleine Auswahl:

Suche dir einfach das Modell aus, das dir für deine Zwecke am besten geeignet erscheint. Daraus bildest du persona­lisierte Visuali­sierungen der Menschen, die du erreichen willst.

Auch wenn du glaubst, die Ziel­gruppe(n) schon gut zu kennen (zum Beispiel wenn du die Commu­nity deines Sport­vereins über­nehmen sollst), ist es sehr empfeh­lens­wert, Personas zu entwickeln.

Nahezu jede Commu­nity strebt nach Erwei­terung, und die Personas führen dir vor Augen, wie die Leute aussehen, die deine zukünftigen Mitglieder sein könnten.

Abgrenzung

Wenn du weißt, wen du ansprechen willst, ist darin immer eine gewisse Abgren­zung gegenüber denje­nigen impli­ziert, die du nicht anspre­chen willst.

Im Allge­meinen ist es ratsam, diese Abgren­zung so dezent wie möglich zu halten. Für diesen Grundsatz gibt es aber Ausnahmen, z.B. bei Fanclubs oder bei politi­schen Themen.

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Im nächsten Artikel, mit dem das Thema Social-Media-Strategie abgeschlossen wird, wirst du sehen, wie wertvoll die genaue Kenntnis der Ziel­gruppen für deine Content-Strategie ist. Ohne dieses Wissen ist die Gefahr groß, an deinem Publikum vorbei zu produzieren …

Über die Autorin

Ariane Brandes

Leidenschaftliche Menschenfreundin mit Vergangenheit als Multi-Berufsausüberin. Hat mindestens ein Dutzend verfasster Drehbücher sowie mehrere Patente in der Nachttisch-Schublade liegen. War mal Jobcoach für schwer erziehbare Jugendliche und Langzeitarbeitslose Ü50, Schuhstore-Besitzerin, Geschäftsführerin von Sport- und Freizeitanlagen, Vertrieblerin und wird in der Beliebtheitsskala vieler Menschen mit 10 plus fünf Sternchen bewertet.
Doch nun Tacheles. Was genau an Ariane wirkt auf Menschen so magisch, dass jede(r) ständig ihre Nähe sucht?
Vermutlich könnte man dieses Phänomen mit dem Begriff „Aura“ zu erklären versuchen. Bei ihr ist es jedoch sehr viel mehr,
denn sie schenkt den Menschen mit ihrem Tun magische Momente wertschätzender Aufmerksamkeit.
Hier kannst du mehr über mich lesen.

Community Management bedeutet für sie auch, Aufträge an Kolleg/innen abzugeben, um ebenso ein Auftragsnetzwerk zu erschaffen.

Diesen Über-mich-Text schrieb Ulrike Parthen.

Angaben zum Foto: Rüdiger Lutz

von Ariane Brandes

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