Gamification – Spiele mit der Community

Der Begriff Gamifi­cation bezeichnet, ganz allgemein gespro­chen, die Schaffung eines spiele­rischen Ansatzes für Dinge, die an sich nichts mit einem Spiel zu tun haben. Er ist nicht zu verwechseln mit einer Gaming-Commu­nity, in der sich die User eines bestimmten Online-Spiels unter­einander austauschen.

Bevor du die Möglich­keit der Integration eines Spiels in Erwägung ziehst, solltest du überlegen, ob bei den Usern deiner Commu­nity eine Affinität zu Online-Spielen vorhanden ist.

Möglich­keiten zur Einrichtung von Spielen

Gamifi­cation lässt sich auf mehrere Weisen herstellen:

  • Program­mierung einer eigenen Spiele-App
  • Übernahme von Spiele-Apps, die auf deiner Platt­form angeboten werden
  • Verwendung eines Spiele-Plug-Ins

Wenn du ein entspre­chendes Budget loseisen kannst, dürfte die Program­mierung einer eigenen Spiele-App die inter­essanteste Lösung sein. Dann hast du die Möglich­keit, die Themen deiner Commu­nity als spezielle Form von Story­telling in dem Spiel unter­zubringen.

Zu bedenken ist das Prinzip Mobile First. Es erscheint mir nicht sonder­lich sinn­voll, ein Spiel zu verwenden, das sich auf dem Smartphone nur in einer ergono­misch subopti­malen Form präsen­tiert.

Besonders wirkungs­voll sind Spiele, bei denen es zu Team-Bildungen kommen kann oder muss. Solche Spiele sind bestens geeignet, den Gemein­schafts­geist in deiner Commu­nity zu stärken. Sehr gut für die Motivation sind Spiele, bei denen mit High-Scores operiert wird. Auch ein Belohnungs­system, zum Beispiel für das Erreichen eines bestimmten Levels, wirkt sehr anziehend auf die User.

Immersion schaffen

Der Ehrgeiz, einen High-Score knacken zu wollen oder ein bestimmtes Level zu erreichen, führt zu erhöhter Immersion. Das Wort bezeichnet das Versenken (oder sogar Abdriften) in den Gegen­stand seiner Aufmerk­samkeit. Wenn dein Spiel es schafft, dass die Nutzer in Immersion geraten, hast du einen speziellen Anziehungs­faktor, der das Standing deiner Commu­nity entschei­dend verbessern kann.

Aller­dings ist bei der Immersion die Gefahr gegeben, dass sie im Laufe der Zeit zu einem gewissen Sucht­verhalten führt. Auch wenn das den Traffic-Zahlen zugute kommt, solltest du doch über­legen, ob es Sinn der Sache ist, dass dieser Effekt eintritt. Unter Umständen ist es da besser, ein wenig gegen­zusteuern.

Spiele finden

Ist die Program­mierung einer eigenen Spiele-App nicht möglich, findest du auf dem großen Markt der im Web verfüg­baren Spiele bestimmt etwas, das zu deiner Commu­nity passt.

Wenn deine Commu­nity bei Facebook aufgesetzt ist, kannst du dort auf das Spiele-App-Center zurück­greifen. Auch viele andere Platt­formen stellen ein solches Angebot zur Verfügung. Für WordPress gibt es eine große Anzahl von Spiele-Plug-Ins, meist mit Statistik-Features.

Bei einfachen Spiele-Formen, hier sind besonders Quiz- und Gewinn­spiele zu nennen, hast du die Möglich­keit, mit leicht bedien­baren, online verfüg­baren Tools die Program­mierung selbst vorzunehmen. Exempla­risch sei hier der Online-Quiz-Creator genannt.

Viele Spiele sind kostenlos verfügbar, für andere muss gezahlt werden. Wenn ein Spiel gut zu deiner Commu­nity passt, ist ein Bezahl-Spiel allemal eine gute Investi­tion. Dabei solltest du ein genaues Auge darauf haben, dass alle recht­lichen Belange korrekt eingehalten und die Datenschutz­richtlinien beachtet werden.

Bezug zu Commu­nity-Themen

Es wider­spricht der Definition von Gamifi­cation, wenn du Spiele integrierst, die mit deinen Commu­nity-Themen nichts zu tun haben. Im Extrem­fall kann das dazu führen, dass der Themen­kreis deiner Commu­nity zugunsten des Spieles links liegen gelassen wird.

Ein warnendes Beispiel für diesen Effekt ist das Moorhuhn-Spiel, das Anfang dieses Jahr­tausends überall gedaddelt wurde. Es war von dem Whisky-Fabri­kanten Johnny Walker in die Welt gesetzt worden, doch wurde die Marke von den wenigsten Spielern mit den Moorhühnern assoziiert.

Es dürfte jedoch kaum Schaden anrichten, wenn du ein Standard-Spiel wie beispiels­weise Sudoku in deinen Commu­nity-Auftritt einbaust. Das bietet ein wenig ablenkende Unter­haltung, ohne dass die Beachtung der Commu­nity-Themen darunter leidet.

Gamifi­cation bedeutet höheren Arbeits­aufwand

Bevor du ein Spiel in deine Commu­nity inte­grierst, solltest du überlegen, ob du den damit verbundenen erhöhten Arbeits­aufwand leisten kannst. Neben deinen vielen anderen Aufgaben musst du auch noch in die Rolle des Game Masters schlüpfen.

Durch das Spiel dürfte sich vor allem mehr Dialog ergeben, insbeson­dere bei Multi-Player-Spielen. So positiv das zu sehen ist, so kann es doch negativ auf dich zurück­schlagen, wenn du nicht in der Lage bist, diese Inter­aktion auf gleichem Qualitäts­niveau abzuhandeln wie du sie bei deiner sonstigen Dialog­führung an den Tag legst.

Über die Autorin

Ariane Brandes

Ein heißer Sommertag im August, Anfang der 70er-Jahre. Ariane steht in der Küche und beschließt: „Hier soll es jetzt schneien!“ Während sich ihre Mutti noch über den naiven Wunsch ihrer Tochter amüsiert, holt die sich seelenruhig drei Packungen Mehltüten aus dem Schrank und siehe da: Schnee in der Küche, nur anders. Aber immerhin Schnee! Auch heute lässt sie sich nie von einer Idee oder Überzeugung abbringen, allen Unkenrufen oder anderslautenden Meinungen zum Trotz.

Apropos Seelenruhe: Auch so eine Sache. Egal, welche großen oder kleinen Katastrophen auch toben mögen. Keine davon wird sie aus der Ruhe bringen. „Woher nimmst du bloß deine Gelassenheit?“ – eine Frage, die man ihr im Lauf des Lebens unzählige Male stellte. Arianes einfache Antwort darauf: „Ich habe schon so viele Tiefpunkte im Leben überstanden. Reine Erfahrungssache also. Aufregen bringt nichts, es geht immer weiter.“

Fragt man sie wiederum nach ihrer Vision, muss sie nicht lange überlegen: „Menschen auf der ganzen Welt, ob arm oder reich, sollten sich miteinander online wie offline verbinden. Im Herzen und mit ihren Zielen. Gemeinsam statt gegeneinander, wertschätzend und respektvoll.“ Oder in einem Wort ausgedrückt: Ariane geht es entscheidend um Gerechtigkeit, schon immer. Dafür setzt sie sich vehement ein ­­– in aller Konsequenz. Mit einer der Gründe, warum Menschen gerne Arianes Gesellschaft suchen.

Als Kind waren es eher die Tiere, die sich wie von Geisterhand um sie scharten. Ein wilder Rabe auf ihrer Schulter, der, warum auch immer beschloss: „Du bist jetzt meine Freundin!“ Oder auch Igel, Pferde, Hunde ­– im Prinzip alles, was Fell, Federn oder Hufe hatte fand sich bei Ariane. Heute sind es Menschen, die es zu schätzen wissen, dass sie sich nie in den Vordergrund drängelt.

Im Hintergrund bleiben, von dort aus leise die Fäden spinnen. Als Community Managerin und TV-Redakteurin Menschen real oder virtuell vernetzen und jeden von ihnen voranbringen – das ist ihre persönliche Energiequelle für den Alltag.

Community Management bedeutet für mich auch, Aufträge an Kolleg/innen abzugeben, um ebenso ein Auftragsnetzwerk zu erschaffen.

Diesen "Über-mich-Text" schrieb Ulrike Parthen

Angaben zum Foto: Rüdiger Lutz

von Ariane Brandes

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